Innovationsfondsprojekt OSCAR

Kraft für Krebspatienten

Krebs verändert das Leben. Betroffene leiden nicht nur unter den körperlichen Folgen, die mit dieser Erkrankung und ihrer Therapie einhergehen. Mehr noch als Schmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit machen Erkrankten oft Zukunftsängste und ein Gefühl von Schwäche zu schaffen – Studien haben das erwiesen. Sie belegen auch, dass eingeschränkte Lebensqualität insbesondere bei onkologischen Erkrankungen Therapie und Heilung entgegensteht und das Sterberisiko erhöht. Hier setzt das Versorgungsprogramm OSCAR an, das die pronova BKK gemeinsam mit dem BKK Dachverband entwickelt hat.

Das Bild zeigt eine Pflegerin mit einer Krebspatientin.

41 Betriebskrankenkassen haben sich an dem Projekt beteiligt, das die Lebensqualität von Krebspatientinnen und Krebspatienten verbessern und ihre Selbstbestimmung bei der Therapie in den Mittelpunkt rücken sollte. Am 6. Mai 2021 zogen die Beteiligten bei einer Onlineveranstaltung eine erste Bilanz zu OSCAR.

Förderung durch den Innovationsfonds

Zielgruppe des Programms waren Menschen mit Tumorerkrankungen wie akuter Leukämie, aggressivem Myelom, metastasierendem Dickdarmkarzinom, Karzinomen der Lunge und der Bauchspeicheldrüse. OSCAR wurde mit 1,4 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert. Das Projekt stellte die Stärkung der Betroffenen bei der Krebstherapie in den Vordergrund. Diese sollte dabei möglichst schon ab der Diagnosestellung greifen und nicht erst, nachdem alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Patientenbegleiter unterstützten Krebskranke

Deswegen stellte OSCAR Erkrankten eine speziell ausgebildete „Social Care Nurse“ zur Seite, die sie in allen Erkrankungsphasen und im Therapieverlauf kontinuierlich unterstützte. Diese Patientenbegleitung wurde durch eine zusätzliche Ausbildung für den sozialmedizinischen Dienst qualifiziert. Die Social Care Nurses wurden aus dem Sozial- und Pflegedienst rekrutiert und unterstützten die Patientinnen und Patienten in stationären onkologischen Einrichtungen für ein Jahr während ihres Krankenhausaufenthaltes und auch bei sich anschließender ambulanter Versorgung. Die Fachkräfte halfen Betroffenen etwa dabei, die für sie richtige Entscheidung im Hinblick auf unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zu treffen. Fragebögen sollten dabei helfen, die Bedürfnisse der Krebskranken genau zu erfassen und berücksichtigen zu können. Das Ziel: Den Patienten zur best möglichen Lebensqualität zu verhelfen.

Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK, begrüßt die Chance, mithilfe des Innovationsfonds ein schon lange bestehendes Anliegen zu verwirklichen: „Täglich erfahren unsere Mitarbeitenden, welche Belastung eine Krebserkrankung für die Patientinnen und Patienten und deren Angehörige bedeuten kann“, sagt er. „Deshalb ist es uns wichtig, die beziehungskonstante Begleitung der Betroffenen zu stärken, um auf die individuellen Bedürfnisse unserer Versicherten besser eingehen zu können.“

Vernetzung komplexer Angebote durch Social Care Nurse

Die Social Care Nurse bildet die Schnittstelle zwischen Ärzteschaft, Therapierenden und Beschäftigen des Sozialdienstes. Sie vernetzt die Betroffenen mit den psychosozialen Angeboten der Sozialleistungsträger (Krankenkasse, Pflegekasse, Rentenversicherungsträger). Insbesondere für Schwerstkranke bedeutet die Koordination der therapeutisch-diagnostischen Maßnahmen einen Gewinn an Lebensqualität – und mehr Lebenszeit außerhalb von Wartezimmern, Ambulanzen und Krankenhäusern.

Lebensqualität der Patienten steht im Zentrum

Kernelement des Versorgungsprogrammes ist neben der Betreuung durch die Social Care Nurse die Befragung zur Lebensqualität. Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, legt dabei den Schwerpunkt auf onkologische Patienten, die sich belastenden Systemtherapien unterziehen müssen. Dazu zählen Chemotherapien wie auch Bestrahlungen. „Wir möchten erfahren, wie es den Patienten und Patientinnen während der Therapien wirklich geht und ihnen möglichst individuelle Beratung und Unterstützung durch die Social Care Nurse zukommen lassen.“

Beteiligte Partner, wissenschaftliche Begleitung des Projekts

Nach einem Jahr wird bewertet, wie sich die behandlungsbezogene Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten entwickelt hat. Im Zentrum steht die Frage, ob sich die Betroffenen imstande fühlen, im Alltag angemessene Entscheidungen zu ihrer Erkrankung zu treffen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité Universitätsmedizin Berlin. Für das Training der Social Care Teams ist die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. zuständig. Weitere Konsortialpartner sind die BKK Pfalz, die BKK VBU und die Novitas BKK.

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