Pressemitteilung

BKK Dachverband: Aufgrund der Corona-Pandemie sinken die Fehlzeiten bei Infektions- und Atemwegserkrankungen

08.07.2021 – In den letzten Jahren waren die Infektions- und Atemwegserkrankungen immer wieder ausschlaggebend für höhere Krankenstände der beschäftigten BKK-Mitglieder. Im vergangen Jahr 2020 sind die Fehlzeiten bei übertragbaren Krankheiten hingegen rückläufig.

Bei den Atemwegserkrankungen sind im Vergleich zum Jahr 2019 -22,1 % weniger AU-Fälle aufgetreten (2019: 39,3 AU-Fälle je 100 Beschäftigte; 2020: 30,6 AU-Fälle je 100 Beschäftigte). Der größte Rückgang bei den AU-Tagen ist mit -8,3 % bei den Infektionen feststellbar (2019: 83,3 AU-Tage je 100 Beschäftigte; 2020: 76,4 AU-Tage je 100 Beschäftigte).

„Dieser Rückgang ist vor allem auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen der Corona-Richtlinien zurückzuführen. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken in der Öffentlichkeit und die Arbeit im Homeoffice sind Gründe, die maßgeblich eine stärkere Verbreitung von Atemwegsinfekten verhindert haben. So ist zum Beispiel eine Grippewelle ausgefallen,“ erklärt Anne-Kathrin Klemm, Vertreterin des Vorstands BKK Dachverband. „Positiv zu bewerten ist auch die Möglichkeit, dass sich Patientinnen und Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen bis heute telefonisch krankschreiben lassen können. Was übrigens nicht, wie anfangs vermutet, von den Beschäftigten ausgenutzt worden ist. Überdurchschnittliche Krankschreibungen sind in den vorliegenden Daten nicht zu erkennen,“ so Frau Klemm.

Trotz der Coronavirus-Pandemie 2020 ist der Krankenstand im vergangen Jahr leicht gesunken. Die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle sind bei den beschäftigten BKK Mitgliedern mit insgesamt 5,0 % leicht unter den Vorjahreswert von 2019 (5,1 %) zurückgegangen. Auf jeden Beschäftigten entfallen damit im Jahr 2020 durchschnittlich 18,2 krankheitsbedingte Fehltage (2019 lagen diese je Beschäftigten bei 18,4 AU-Tagen).

Kurzzeiterkrankungen gehen zurück, Langzeiterkrankungen bleiben unverändert

Stark zurückgegangen sind vor allem die Kurzzeiterkrankungen bis zu einer Woche, während es bei den Langzeiterkrankungen kaum eine Veränderung gibt. Muskel-Skelett-Erkrankungen, psychische Störungen und Erkrankungen des Atmungssystems sind nach wie vor die wichtigsten Ursachen für krankheitsbedingte Fehltage.

Die Grafik zeigt (siehe PDF zum Download), dass Muskel- und Skeletterkrankungen die häufigste Ursache für Fehlzeiten sind. Diese betragen im Jahr 2020 zwar nur 17,4 % aller AU-Fälle, sie sind dafür aber insgesamt für den größten Teil (24,6 %) der AU-Tage verantwortlich. Entsprechend liegt die Krankheitsdauer pro Fall bei 22 Tagen im Bundesdurchschnitt.

Auf Platz zwei der nach AU-Tagen wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit finden sich die psychischen Störungen, wobei hier das Verhältnis zwischen den AU-Tagen (17,5 %) und den AU-Fällen (6,3 %) noch deutlicher auseinanderklafft. Mit durchschnittlich mehr als 6 Kalenderwochen (43,4 Tage je Fall) ist bei dieser Krankheitsart die Falldauer am längsten und liegt sogar noch deutlich vor den Neubildungen (34,6 Tage je Fall).

Regionale Besonderheiten im AU-Geschehen 2020

In Baden-Württemberg (14,9 AU-Tage), Hamburg (15,3 AU-Tage) sowie in Bayern (16,3 AU-Tage) sind die niedrigsten Fehlzeiten bei den dort wohnhaften Beschäftigten zu finden. Im Kontrast dazu haben Berufstätige in Thüringen mit 24,5 AU-Tagen je Beschäftigten über eine Kalenderwoche mehr Fehltage als ihre Kollegen in Baden-Württemberg

Fokus des BKK Gesundheitsreports 2021: Krise – Wandel – Aufbruch

Der diesjährige BKK Gesundheitsreport 2021 wird am 30. November 2021 in einer Pressekonferenz vorgestellt. Neben Analysen und Kennzahlen zur Arbeitsunfähigkeit, zur ambulanten und stationären Versorgung sowie zu den Arzneimittelverordnungen werden auch Gastautor:innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis Erkenntnisse über Auswirkungen und Bewältigung der Corona-Pandemie aufzeigen und Schlussfolgerungen für die zukünftige Gestaltung von Arbeit ziehen.

Der BKK Dachverband ist die politische Interessenvertretung von 71 Betriebskrankenkassen und vier Landesverbänden mit rund neun Millionen Versicherten.

PDF herunterladen
Andrea Röder

Kontakt

Andrea Röder
Referentin Kommunikation