Suizidprävention im Betrieb: Ergebnisbericht zeigt Handlungsbedarf

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu – und sie bleiben für Unternehmen eine zentrale Herausforderung. Eine vom BKK Dachverband geförderte Studie des Werner-Felber-Instituts zeigt: Viele Beschäftigte nehmen Belastungen bei Kolleg wahr, sind aber unsicher, wie sie reagieren sollen. Der Ergebnisbericht macht deutlich, warum Suizidprävention auch ein betriebliches Thema ist – und welche Rolle Hinsehen, Ansprechen und Zuhören im Arbeitsalltag spielen können.

In der Befragung mit 558 Teilnehmenden gaben rund 88 Prozent an, sich bereits Sorgen um eine Person aus ihrem Kollegium gemacht zu haben. Mehr als die Hälfte berichtete, dass dies schon mehrfach der Fall war. Gleichzeitig nehmen psychische Erkrankungen im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen weiter zu: Laut BKK Gesundheitsreport stiegen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen zwischen 2016 und 2024 um 40 Prozent.

Der Bericht macht deutlich: Suizidprävention ist auch ein Thema für die Arbeitswelt. Leistungs- und Zeitdruck, Versagensängste oder Belastungen durch Schicht- und Nachtdienste können psychische Krisen verstärken. Umso wichtiger sind eine offene Gesprächskultur, klare Ansprechpersonen und das Wissen, wo Betroffene Unterstützung finden.

Denn oft kann schon der erste Schritt entscheidend sein: hinsehen, nachfragen, zuhören – und bei Bedarf Hilfe vermitteln.

Der Ergebnisbericht kann hier heruntergeladen werden.

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22.09.2025

Gesundheit und Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz gemeinsam gedacht

Globale Herausforderungen wie der Klimawandel und zunehmende soziale Ungleichheiten sind Gründe, warum die Verknüpfung von Gesundheit(sförderung) und Nachhaltigkeit zu einer bedeutenden Zukunftsaufgabe für Betriebe wird. Dabei gilt es zu erkennen, dass die Gesundheit der Mitarbeitenden nicht nur von individuellen Ressourcen abhängt, sondern gleichermaßen von äußeren Faktoren wie dem Arbeitsumfeld und der ökologischen Umwelt beeinflusst wird. Eine gesunde Umwelt kann dabei als ein förderlicher Faktor für die Gesundheit angesehen werden. Zudem gilt Gesundheit als eines der stärksten Argumente für den Klima- und Umweltschutz sowie die Förderung nachhaltiger Entwicklung. HINTERGRUND UND ZIELSETZUNG Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse bedarf es dahingehend der Entwicklung spezifischer Handlungsansätze und Empfehlungen zum Klimaschutz (Mitigation) sowie zur Klimaanpassung (Adaption) für verschiedene Settings und Zielgruppen. Ein zentrales Setting stellt dabei der Betrieb dar, da ein Großteil der Bevölkerung mehr als zwei Drittel des Tages am Arbeitsplatz verbringt. In jüngster Zeit wurden zahlreiche Konzepte und Standards entwickelt, die die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Betrieb im ganzheitlichen Sinn (auf ökologischer, sozialer und ökonomischer Ebene) verdeutlichen, wie zum Beispiel die Sustainable Development Goals (SDG), Corporate Social Responsibility (CSR) inklusive der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) oder Environmental Social Governance (ESG) mit den Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS). Diese Vorgaben bringen neue Herausforderungen für Betriebe mit sich, die zukünftig immer relevanter werden. Ein Blick in die Unternehmenspraxis zeigt, dass eine erste Annäherung von Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) und Nachhaltigkeit bislang vor allem in Form von einzelnen Initiativen und Projekten stattfand. Diese greifen aber zu kurz, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Ziel des vorliegenden Wissensbands war es daher, einerseits Chancen und Herausforderungen bei der Verknüpfung beider Themen aufzuzeigen, andererseits ein systematisches und strukturiertes Umsetzungskonzept zur Verfügung zu stellen, das aus Qualitätskriterien und Praxisanregungen besteht. Dies soll die schrittweise Verknüpfung von BGF und ganzheitlicher Nachhaltigkeit im Betrieb ermöglichen. Dabei richtet sich der Wissensband insbesondere an Verantwortliche im Bereich der BGF bzw. des BGM, Verantwortliche im Bereich Human Ressources (HR) und Qualitätsmanagement (QM), Nachhaltigkeitsmanager:innen sowie weitere Personen, die sich mit Gesundheits- und/oder Nachhaltigkeitsthemen im Setting Betrieb auseinandersetzen. [mehr lesen]

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